Vom Web Two-O zur City 2.0

Ich habe ja schon vor längerer Zeit den Zusammenhang von Mitmach-Web und Mitmach-Stadt behauptet, und ich werde überhaupt nicht müde, das wieder und wieder zu postulieren. Am Montag, 3. Dezember, bei denen, die sich mit Stadtsoziologie und politischem Kulturwandel so gut auskennen, dass sie beides erforschen: beim DIFU in Berlin.

Der Zusammenhang ist einfach: Menschen möchten selbst gestalten – im Netz und in der Stadt. Sie möchten selbst Verantwortung übernehmen und Entscheidungen nicht mehr nur an „die Politik“ oder „die Internetredaktion“ delegieren. Nein, sie wollen und sollen sich einmischen und selbst Content beitragen, selbst Hand anlegen in ihrer „Gebietskörperschaft“.

Wie in Frankfurt politisch intendierte Bürgerbeteiligungsprozesse und aktive Forderungen zu mehr bürgerschaftlichem Engagement zusammenfallen und das Social Web dabei ein Abbild dieser partizipativen Idee im Netz ist, fasse ich unter den Begriff „City 2.0“. Okay, dieser Begriff wird gerne von Vielen gehijackt, um irgendetwas Innovatives im urbanen Zusammenleben zu labeln, etwa: Vernetzung, Verkabelung, WLANisierung… Aber ich denke, dass die Analogie zu „Web 2.0“ den Begriff gut begründet und ihn vor allem kulturell verstanden wissen will, nicht – überhaupt nicht! – technisch.

Das Social Web ist nichts anderes als eine Kulturrevolution hin zu mehr Mitsprache und dezentraler, verteilter, „gesharedter“ Verantwortungsübernahme der Stakeholder selbst. Also das Gegenteil der Null-Bock-Haltung, die meiner Generation der 89er (ich bin kein Soziologe und hoffe, mich richtig einzuschubladen) so gerne unterstellt wurde. Mitmachen und Ärmel hochkrempeln – und nicht auf die Behörden warten: Das ist City 2.0. Der Einzelne wird zum aktiven Player, das bürokratische „Verwalten“ von gesichtslosen Groß-Bürger-Einheiten hat dort nichts mehr zu suchen, weil es dort nichts mehr finden wird.

„City 2.0“ ist eine Reform der Gemeindeverwaltung hin zu mehr „Geselligkeit“ – und die Verwaltung im Rathaus hat wieder mehr Zeit und Kraft für ihre Kernaufgaben. Eigentlich ein zutiefst helvetisches Modell, diese „City 2.0“, oddr?

Ich glaube, ich muss mich mal wieder von der Stadt Zürich dazu einladen lassen… ;-))

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